Christliche Beschäftigungsgesellschaft im Bergischen CBB e. V.

1) Trägerinformation - Wer sind wir:

Der Verein CBB e. V. (Christliche Beschäftigungsgesellschaft im Bergischen) ist ein gemeinnütziger Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Menschen in schwierigen Lebenssituationen ganzheitliche Hilfe anzubieten.
Unser Ziel ist es, Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen, die Chance zu einem Neuanfang zu geben, in dem wir ihnen ein geregeltes Arbeitsleben ermöglichen und wenn nötig ein Dach über dem Kopf anbieten. Wir fördern die persönliche, soziale und berufliche Entwicklung unserer Teilnehmer. Dabei arbeiten wir ressourcenorientiert, in dem wir Stärken erkennen, bestätigen und ausbauen.
Seit Mai 2003 sind wir als Verein im gesamten Oberbergischen Kreis, mit Schwerpunkt Reichshof und Waldbröl tätig. In dieser Zeit hat der Verein viele Erfahrungen im Bereich der Beschäftigung und Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen mit vorwiegend Migrationshintergrund gesammelt. Insbesondere in der Integration von jungen Menschen mit schwierigem sozialen und wirtschaftlichen Hintergrund in das soziale Leben und die Arbeitswelt. Auf diese Weise wollen wir die soziale Verantwortung für unsere Mitmenschen wahrnehmen.

2) Situations- und Bedarfsanalyse

a) Situationsanalyse
Im Umfeld der CBB e.V. lebt eine große Anzahl von Personen, die zu den Langzeitarbeitslosen und Sozialhilfeempfängern gehören. Auch zeichnet sich die Stadt Waldbröl durch einen hohen Anteil von Migranten aus, die nicht selten zu genannten Personenkreisen zählen.
„Kaum eine deutsche Stadt hat einen so hohen Aussiedleranteil wie Waldbröl. Von den 19 000 Einwohnern ist mindestens jeder sechste ein deutschstämmiger Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion. Die Immigration hat Waldbröl eine Menge sozialer Konflikte verschafft. Das größte Problem ist die Arbeitslosigkeit und Kriminalität. Sprachdefizite und gesellschaftliche Isolierung erschweren die Integration.“ (Spiegel Bericht 1999)
Auch heute noch haben die Menschen in Waldbröl mit den Folgen der damaligen Zuwanderungswelle aus den Gebieten der ehemaligen UdSSR zu kämpfen. Deshalb entstand der CBB e. V. aus  dem Wunsch, diesen Menschen zu helfen, ihr Leben zu ordnen und wirtschaftlich auf eigenen Füßen zu stehen.

b) Bedarfsanalyse
Im Raum Waldbröl gibt es zwei Träger, die sich der Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen annehmen. Allerdings endet mit Ablauf der Maßnahmen, die sie durchführen, auch die Beschäftigung. Eine dauerhafte Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt ist nicht sicher. Auch wird hierbei nicht auf die besondere Situation von Menschen mit Migrationshintergrund eingegangen.
Der Bedarf an dauerhafter Begleitung und Arbeitsmöglichkeiten in einem sicheren Rahmen ist daher gegeben.
Zusätzlich verschärft wird die Situation der Betroffenen im Oberbergischen Kreis durch die Einsparungen im Jahr 2011 im Bereich der Beschäftigung, Qualifizierung und Betreuung von Langzeitarbeitslosen. Da die Zahl der Betroffenen hoch und der Betreuungsaufwand sehr intensiv ist, lässt sich ein Bedarf an weiteren umfassenden Angeboten feststellen.

 3) Zielgruppen


Das Angebot des CBB e. V. richtet sich an Menschen ab dem Alter von 18 Jahren, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden, wie z. B

Langzeitarbeitslose
Suchtkranke nach Entzug
Alleinerziehende
ehemalige Straffällige auf Bewährung
Jugendliche ohne Abschluss / Berufsausbildung
Jugendliche Straftäter die Sozialstunden ableisten müssen
Menschen mit Migrationshintergrund insbesondere Spätaussiedler aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

4) Ziele

Menschen in den oben genannten schwierigen Lebenssituationen eine ganzheitliche Hilfe anzubieten, mit dem Schwerpunkt der Eingliederung in den Arbeitsmarkt und der Integration ins soziale Umfeld.
Diese Hilfe umfasst:
 
Betreuung und Begleitung bei der Berufs- und Arbeitswahl
Hilfe und Unterstützung bei der Alltagsbewältigung um die Wiedereingliederung in das Arbeitsleben zu ermöglichen
Entwicklung fachlicher und persönlicher Kompetenzen
Verselbstständigung und Wiedereingliederung in den ersten Arbeitsmarkt

5) Maßnahmestruktur

Der Schwerpunkt der Hilfen liegt auf dem Bereich der Arbeit. Umgesetzt wird diese in einem Arbeitsangebot in einem der Zweckbetriebe um essentielle Kompetenzen zu erwerben und auszubauen. Das Ziel der langfristigen Wiedereingliederung in den ersten Arbeitsmarkt wird über das Drei-Phasen-Modell angestrebt. Bei Bedarf kann diese Hilfe durch ein Wohnungsangebot auf dem Betriebsgelände ergänzt werden. Dadurch ist teilweise auch eine Betreuung über die Arbeitszeit hinaus gewährleistet.

a) Die Zweckbetriebe
Arbeiten rund um das Haus (Tockenbau und Altbausanierung, Fliesenarbeiten)
Garten und Landschaftsbau (Gartenpflege und Außenanlagen)
Metallwerkstatt
EUR Paletten Reparatur
Im Aufbau befindliche Zweckbetriebe
Reifenservice
Nähwerkstatt
Küchenmontageservice


 b) Das 3-Phasen-Modell
Das Grundkonzept der CBB sieht vor, die Erwerbslosen zunächst in der CBB zu beschäftigen und ihnen im weiteren Verlauf durch die CBB den Zugang zum ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen.
Dies beinhaltet die dauerhafte Anstellung in einem der Zweckbetriebe, die Schaffung neuer Arbeitsplätze sowie die Weitervermittlung.

Das 3-Phasen-Modell gliedert sich in folgende Teile:
 
Einübung der Arbeit
Eigenverantwortung für die Arbeit
Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt

Erste Phase:

In der ersten Phase liegt der Schwerpunkt in der Einübung der Grundelemente der Arbeit.
Dazu gehören:

Regelmäßigkeit der Arbeit (täglich entsprechend der Arbeitszeiten)
Pünktlichkeit
Vollständigkeit (Arbeit wird vollständig geleistet)
Diese Stufe ist geprägt durch eine intensive Betreuung und Anleitung. Von den Teilnehmern ihrerseits wird Vertrauen und Arbeitsmotivation erwartet. Ihnen stehen jederzeit fachlich qualifizierte Ansprechpartner zur Verfügung.
Die Umsetzung geschieht von Anfang an in konkreten, praktischen Arbeitsbereichen. In der Anfangsphase werden die Teilnehmer in bestehende Zweckbetriebe eingesetzt. Es findet eine Orientierungsphase statt, in der konkrete Ziele individuell erarbeitet werden, und der passende Arbeitsbereich für den Teilnehmer ausgesucht wird.

Zweite Phase:

Folgende Schwerpunkte sollen die Teilnehmer erlernen, die sie benötigen, um auch längerfristig arbeiten zu können:
 
Die Eigenverantwortung für ihre Arbeit
Durchhaltevermögen für einen 8-Stunden-Tag
Grundorganisation der eigenen Arbeit
Die Schaffung einer stabilen privaten Situation

Dritte Phase:

Dieser Schritt dient dazu mit den Teilnehmern konkrete Schritte zu erarbeiten, um sie in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Dies kann geschehen durch Vermittlung, durch Schaffung von neuen Arbeitsplätzen, oder aber auch durch die Hilfe auf dem Weg zur Selbstständigkeit.
Hier werden Fähigkeiten und Kompetenzen festgehalten und erweitert.
 
Vermittlung von überbetrieblicher, fachlichen Qualifizierung
Beratung hinsichtlich der beruflichen Perspektiven
Hilfestellung bei der Stellenakquise
Herstellung von Firmenkontakten
Vorbereitung – Informationen sichten, sortieren, beurteilen
Schreiben von Bewerbungen (Unterlagen erstellen & zusammenstellen)
Vorstellungsgespräch, Vorbereitung, Verhalten
Berufsstart – Arbeitsvertrag, Sozialversicherung, Arbeitsrichtlinien

6) Begleitung und Betreuung

Während des gesamten Maßnahmeverlaufs ist eine individuelle Begleitung gewährleistet. Diese umfasst sowohl arbeitstechnische als auch persönliche Bereiche.

a) Arbeitsbegleitung
Die Teilnehmer werden durch qualifiziertes Fachpersonal betreut. Die Arbeitsbegleitung soll die Teilnehmer bei der Verbesserung von beruflichen Handlungskompetenzen unterstützen, die für einen funktionierenden Berufseinstieg notwendig sind. Dies geschieht in erster Linie durch die Vermittlung von ausbildungs- und arbeitsbezogenen Qualifikationen und durch das praktische Vorleben von christlicher Arbeitsethik.

b) Sozialpädagogische Betreuung
Die Sozialpädagogische Betreuung begleitet und reflektiert den Teilnahmeprozess und stellt das Zusammenwirken der verschiedenen Akteure im Teilnahmeverlauf sicher. Krisenintervention und Alltagshilfe wird geleistet bzw. die Teilnehmer an die entsprechenden Stellen weitervermittelt.
Insbesondere:
 
Aufnahmegespräche
Prozessbegleitende Einzelgespräche
Zielvereinbarungen mit den Teilnehmern treffen und den Prozess evaluieren und dokumentieren
Stellenakquise und Vermittlung in Ausbildung und Arbeit
Individuelle Betreuung im Bewerbungsprozess


 c) Krisen- und Lebensmanagement

Eine Eingliederung in den Berufsalltag kann nur funktionieren, wenn der normale Alltag geregelt ist. Um die schwierige Lebenssituation der Teilnehmer ganzheitlich anzugehen, werden verschiedene Hilfen im Bereich des Krisen- und Lebensmanagements angeboten.

Solche Hilfen sind z.B.:
 
Hilfe bei Behörden- und Ämtergängen
Beratung und Unterstützung beim Umgang mit Formularen
Erledigung von Behördenpost
Unterstützung bei Wohnungsangelegenheiten
Weitervermittlung zu entsprechenden Beratungsstellen
Schuldenberatung


 d) Kompetenzerweiterung
Zur Verbesserung der beruflichen Handlungsfähigkeit, sowie der Erhöhung der Eingliederungschancen werden Kompetenzen vermittelt und gefördert. Dies geschieht durch die fachliche Anleitung im Arbeitsprozess. Angestrebt werden zudem Möglichkeiten der Zusatzqualifikation in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Behörden (Arge, Jobcenter) im Kontext der Eingliederungsleistungen wie z. B.
 
Erwerb des Schweisserpasses
Erwerb des Führerscheins
Erwerb des Staplerscheins
Erste Hilfe Kurs
Schulungen und Qualifizierungen zur Erhöhung der methodischen und sozialen Kompetenzen werden regelmäßig angeboten. Z. B. zur Entwicklung und Förderung hinsichtlich
 
Persönlicher Kompetenzen (Selbstkenntnis, Einschätzung der eigenen Fähigkeiten, Wertehaltung, eigene Prägung) - wöchentlich
Sozialer Kompetenzen (Kommunikation, Teamfähigkeit, Konfliktfähigkeit) - wöchentlich
Methodischer Kompetenzen (Arbeitsorganisation, Zeitmanagement, Lernstrategien, Problemlösungsfähigkeit) - täglich
der Alltagsbewältigung (Strukturierung eines Tagesablaufes, Selbstversorgung, Freizeitgestaltung, äußeres Erscheinungsbild, Behördengänge, Umgang mit Finanzen) - täglich
Interkultureller Kompetenzen (Sprache, Kulturen, Geschichte, Umgangsformen, Traditionen)
Schulischer Grundlagen (z. B. Grundrechenarten)
Medienkompetenz (Umgang mit Informations- und Kommunikationstechniken)
Die Qualifizierung in einem oder mehreren der drei zuletzt genannten Bereichen, erfolgt je nach Bedarf der Teilnehmer, jedoch mindestens einmal im Monat. Das Angebot kann bei erhöhter Notwendigkeit auch öfters angeboten werden.


Leitbild des CBB e.V.

 Christliche Beschäftigungsgesellschaft im Bergischen CBB e. V.
 „Sprungbrett zu einem Neuanfang“

 
 
Die CBB bietet eine Möglichkeit zu einem Neuanfang im:
 
Persönlichen Bereich – Persönlichkeitsentwicklung
Beruflichen Bereich – Wiedereingliederung in den ersten Arbeitsmarkt
Sozialen Bereich – Soziales Netz aufbauen, stabilisieren und ausbauen
1. Grundlage – Wir orientieren uns an den biblischen Werten für alle Bereiche unseres Lebens.
Wir arbeiten am Menschen orientiert und nicht leistungsorientiert. Für uns steht der Mensch im Mittelpunkt unserer Arbeit. Jeder bekommt die Chance zu einem Neuanfang.
 
2. Soziale Verantwortung für unsere Mitmenschen
Unser Ziel ist es Menschen darin zu unterstützen Selbstverantwortung für ihr Leben zu übernehmen. Wir fördern ihre persönliche und berufliche Entwicklung. Dabei arbeiten wir ressourcenorientiert, indem wir Stärken erkennen, bestätigen und ausbauen.
Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, Menschen mit schwierigen Lebenssituationen, durch Arbeit wieder in den normalen Lebensalltag zu integrieren.
Wir bieten Beratung und Unterstützung in ihren aktuellen Lebensfragen an.
 
3. Enge Zusammenarbeit mit Betrieben und Institutionen
Um unseren Teilnehmern eine ganzheitliche Hilfe anzubieten sind wir auf eine enge Zusammenarbeit mit wirtschaftlichen Betrieben, Behörden und sozialen Einrichtungen angewiesen.
 
4. Hoher Einsatz unserer Mitarbeiter
Unsere Mitarbeiter sind alle engagiert und bringen ein hohes Maß an Eigeninitiative mit. Vertrauen und Zuverlässigkeit prägt unsere Zusammenarbeit.
 
5. Unser Erfolg ist die dauerhafte Selbständigkeit unserer Teilnehmer
Wir sind nicht an Problemverschiebungen interessiert, sondern an Problemlösungen.
 
Wir beraten und suchen gemeinsam nach Lösungen.
Wir bieten Arbeitsmöglichkeiten in unseren Zweckbetrieben.
Wir geben Lebenshilfe im praktischen Alltag und im Lebensumfeld.
Wir unterstützen bei Jobsuche, Berufswahl und bei Bewerbungen. Wir stellen persönliche Betreuung, Sozialberatung und Schuldenberatung bereit.